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Rahmenkonzeption der Schulsozialarbeit

des Deutschen Kinderschutzbundes Kreisverband Ostholstein e.V. an der Grundschule Süsel

 

 

 

1. Der Deutsche Kinderschutzbund Ostholstein e. V. als Träger des Projektes

 

Der Deutsche Kinderschutzbund, Kreisverband Ostholstein e.V., ist ein gemeinnütziger Verein, der sich überparteilich und überkonfessionell seit über 40 Jahren für die Belange von Kindern, Jugendlichen und Familien in Ostholstein einsetzt. Der Kinderschutzbund, Kreisverband Ostholstein e.V., ist ein öffentlich anerkannter freier Träger der Jugendhilfe und arbeitet nach den strengen Kriterien der gesetzßigen Vorgaben und fachlichen Standards.

 

Unser Leitbild:

 

    • Wir achten alle Kinder als individuelle Persönlichkeiten und vollwertige Menschen im Sinne der Kinderkonvention der UNO.

 

    • Wir fordern Kinderfreundlichkeit in allen Bereichen der Gesellschaft und setzen uns besonders für benachteiligte junge Menschen und Familien ein.

 

    • Wir arbeiten ehrenamtlich und professionell, wobei die Bereiche eng miteinander verzahnt sind. Unsere pädagogischen und therapeutischen Konzeptionen sind subjekt-, systemisch- und gemeinwesenorientiert.

 

    • Wir bemühen uns um einen kooperativen Arbeits- und Führungsstil, der durch gegenseitige Achtung gekennzeichnet ist.

 

 

Unsere Grundsätze:

 

In den Projekten des Kinderschutzbundes arbeiten wir nach folgenden Grundsätzen:

 

  • Ganzheitliche Sichtweise und rderung des Kindes, Bewahrung der individuellen Persönlichkeit
  • Beteiligung Betroffener (Partizipation), Mitgestaltung und Mitbestimmung durch Kinder und Eltern, Transparenz über getroffene Entscheidungen und Abläufe
  • Bedarfsgerechtes Angebot in enger Abstimmung mit den politisch Verantwortlichen
  • Prävention, Integration und aufsuchende Arbeit
  • Gewaltfreie Erziehung
  • Enge Zusammenarbeit mit den Eltern
  • Gemeinwesenorientierte und interdisziplinäre Zusammenarbeit, Hilfevermittlung und Vernetzung von Angeboten
  • Freiwilligkeit und Verlässlichkeit der Betreuung sowie Vertraulichkeit
  • Bereitschaft zur kritischen Reflexion, sich selbst als Persönlichkeit mit einbeziehend
  • kongruent und authentisch zu arbeiten, mit der Bereitschaft, Konflikte offen und konstruktiv auszutragen
  • stetige Weiterentwicklung unserer Qualität (Qualitätsentwicklung)
  • Fort- und Weiterbildungen

 

 

 

 

2. Was bedeutet Schulsozialarbeit beim DKSB-KV-OH?

 

Eine einheitliche Definition von Schulsozialarbeit gibt es bisher nicht. Vielmehr existieren unterschiedliche Ansichten und Vorstellungen von Art, Umfang und Begründung von Schulsozialarbeit. Entsprechende Definitionen orientieren sich in erster Linie an dem Selbstverständnis der Träger und der in der Schulsozialarbeit tigen Personen, dem Grundkonzept der Schule und dem Arbeitsauftrag seitens des Bundes und der nder. Der Kinderschutzbund Kreisverband Ostholstein e.V. lehnt sein Verständnis von Schulsozialarbeit an das von Drilling und Speck an:

 

„Schulsozialarbeit ist ein Angebot der Jugendhilfe, bei dem sozialpädagogische Fachkfte kontinuierlich am Ort Schule tig sind und mit Lehrkräften auf einer verbindlich vereinbarten und gleichberechtigten Basis zusammenarbeiten, um junge Menschen in ihrer individuellen, sozialen, schulischen und beruflichen Entwicklung zu fördern, dazu beizutragen, Bildungsbenachteiligungen zu vermeiden und abzubauen, Erziehungsberechtigte und LehrerInnen bei der Erziehung und dem erzieherischen Kinder- und Jugendschutz zu beraten und zu unterstützen sowie zu einer schüler- freundlichen Umwelt beizutragen. (Speck 2011, 2)

Drilling (2009, 95): „Schulsozialarbeit ist ein eigenständiges Handlungsfeld der Jugendhilfe, das mit der Schule in formalisierter und institutionalisierter Form kooperiert. Schulsozialarbeit setzt sich zum Ziel, Kinder und Jugendliche im Prozess des Erwachsenwerdens zu begleiten, sie bei einer für sie befriedigenden Lebensbewältigung zu unterstützen und ihre Kompetenzen zur Lösung von persönlichen und/oder sozialen Problemen zu fördern. Dazu adaptiert Schulsozialarbeit Methoden und Grundsätze der Sozialen Arbeit auf das System Schule (Drilling, 2009,95)

 

Zur Unterstützung der Schulsozialarbeit steht das gesamte multiprofessionelle Team des Deutschen Kinderschutzbundes Kreisverband Ostholstein e.V. (z.B. Therapeuten, Beratungsstellen, Familienhilfe Etc.) zur Vergung.

 

 

3. Zielsetzung der Schulsozialarbeit beim DKSB-KV-OH

 

Angesichts dieses ganzheitlichen Verständnisses von Schulsozialarbeit, sind uns die ganzheitliche Wahrnehmung der Schülerinnen und Schüler sowie deren Lebenswelt besonders wichtig. Die Aufgabe von Schulsozialarbeit ist somit, den Kindern und Jugendlichen Hilfen in ihrem Entwicklungsprozess zu bieten. Diese Hilfen können Auswirkungen auf die schulische Leistungshigkeit haben, müssen dies aber nicht. Nur unter Betrachtung aller Einflüsse und Faktoren ist es möglich, positiven Einfluss und nachhaltige Wirkung durch unterschiedliche Interventionsmaßnahmen geltend zu machen.

Wir arbeiten ganzheitlich und personenorientiert an den Themen und Belangen der

Schülerschaft. Alle Themen und Anliegen werden selbstversndlich vertraulich behandelt, da wir der Schweigepflicht unterliegen.

Als besonders wichtig erachten wir die Förderung und Stärkung der higkeiten der Schülerinnen und Schüler. Ziel ist es, mittels Gesprächen, Beratungen oder entsprechenden Mediationen, die Selbsthilfekompetenzen und die Handlungsfähigkeit der Schülerinnen und Schüler zu stärken. Nur so können eigenverantwortliches Handeln und Selbstverantwortung vermittelt werden. Präventive Maßnahmen haben in unserer Arbeit stets einen hohen Stellenwert. Um die Lebenswelt für Kinder und Jugendliche möglichst zugänglich, hindernisfrei und förderlich zu gestalten, ist es besonders wichtig, Problematiken, Süchten und Krisen vorzubeugen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

4.Informationen zur Grundschule Süsel (Stand 2016/2017)


Lage und Einzugsbereich


Die GS Süsel ist die Grundschule der Gemeinde Süsel mit ca. 4800 EinwohnerInnen. Sie befindet sich im Hauptort Süsel.


Die Gemeinde Süsel erstreckt sich als zweitgrößte Flächengemeinde des Kreises Ostholstein zwischen den Orten Scharbeutz, Sierksdorf, Eutin und Neustadt. Sie besteht aus 15 Dorfschaften. Dadurch ist der Anteil der Fahrschülerinnen und Fahrschüler mit 80% recht hoch. Der Schulträger ist die Gemeinde Süsel.


Schulstruktur


  1. hat die Schule 8 Klassen, in denen ca. 180 Kinder unterrichtet werden.
    In der GS gibt es für die Jahrgangsstufen 1 und 2 zwei 1. und 2. Klassen. Für die Klassenstufen 3 und 4 sind 2 dritte und 3 vierte Klassen eingerichtet worden.
    Das Kollegium setzt sich aus 12 weiblichen Lehrkräften und 1 männlichen Lehrkraft (GS) zusammen. 2 Lehrkräfte (Schwerpunkt Lernen) aus dem Förderzentrum Eutin sind für die Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf und die Prävention zuständig. Neben einigen IntegrationshelferInnen arbeiten bei uns auch ein Schulassistent und eine Schulsozialarbeiterin. Seit 2012 befindet sich eine Kooperationsklasse der Schule am Papenmoor im Gebäude der GS Süsel. Hier unterrichten 2 Lehrkräfte.

 


Offene Ganztagsschule (OGS)


Die OGS ist aus der betreuten Grundschule hervorgegangen, die vor Jahren durch eine Initiative des Schulvereins gegründet wurde.
Nachdem der Deutsche Kinderschutzbund (DKSB) des Kreisverbandes Ostholstein 2005 die Trägerschaft für die Errichtung einer OGS übernommen hatte, konnte sowohl das quantitative als auch das qualitative Angebot erheblich erweitert werden. In der OGS sind Erzieherinnen, sozialpädagogische Assistenten und pädagogische Kräfte, sowie eine Köchin, zwei Hauswirtschaftskräfte und eine Reinigungskraft beschäftigt.


KooperationspartnerInnen


Die GS – Süsel kooperiert neben dem DKSB als Träger der OGS, auch mit ortsansässigen Vereinen und Verbänden (Sport, Feuerwehr, DRK), mit der Laurentius Kirche, Heilpädagogischen Praxen, ortsansässigen Betrieben und dem Jugendzentrum (Offene Jugendarbeit).


 

 

 

 

Perspektiven


Die GS – Süsel ist seit 2011 eine reine Grundschule. In diesem Veränderungsprozess war es notwendig und wichtig, innovative pädagogische Ansätze (integrative Maßnahmen, offene Unterrichtsverfahren, Einsatz moderner Medien, Bemühungen um besondere Kinder) in die neue Schulstruktur zu überführen und eine leistungsfähige Grundschule zu erhalten, was uns gelungen ist.
Damit wird der Bedarf an sozialpädagogischer Unterstützung durch ausgebildetes Fachpersonal zwingend erforderlich, die Schwerpunkte verlagern sich. Kinder haben zunehmend emotional / soziale Auffälligkeiten, die schon in den KiTas erkannt und therapiert werden. Verhaltensauffälligkeiten dürfen kein Nachteil sein oder zur Ausgrenzung führen.

 

 

5.Zielgruppe

 

Grundsätzlich versteht sich Schulsozialarbeit als ein Angebot für alle Schülerinnen und Schüler der Grundschule Süsel.

 

Allgemein:

  1. Im Fokus unserer Arbeit stehen die Lebens- und Lernbedingungen der Kinder, sowie die damit verbundene Wahrnehmung unseres Schutzauftrages. Die Vereinbarkeit von Leben und Lernen gilt es am Ort Schule bestmöglich zu gestalten. Hierzu gehören neben der Unterstützung im Kontext Schule auch die Becksichtigung der familiären, sozialen und häuslichen Situation. Schulsozialarbeit versteht sich dahingehend als allparteilicher Ratgeber, Unterstützer und Gesprächspartner für Schülerinnen und Schüler.
  2. Schulsozialarbeit ist Teil professionellen Handelns mittels sozialdagogischer Fachkfte (Erzieher / Sozialpädagogen / Sozialarbeiter) in der Institution Schule sowie ihrem Umfeld.
  3. SchulsozialarbeiterInnen sind kontinuierlich am Standort Schule tätig.
  4. SchulsozialarbeiterInnen des Kinderschutzbundes sind im Rahmen des Konzeptes zur Umsetzung der Schulsozialarbeit frei in ihren Entscheidungen.
  5. Die Nutzung von Angeboten der Schulsozialarbeit ist freiwillig, die Verschwiegenheit ist gewährleistet.
  6. Schulsozialarbeit rt alle an der Schule vertretenden Parteien, sollte aber nur die Schülerinnen und Schüler vertreten.
  7. Grundsätzlich soll Schulsozialarbeit zur Verbesserung des Schulklimas beitragen.

 

 

6. Kernaufgaben und Zielsetzungen

 

Immer häufiger werden gesellschaftlich benachteiligte Kinder, bzw. Kinder mit besonderen Bedürfnissen an der Grundschule Süsel eingeschult. Auffällig hierbei ist die große Spannbreite der persönlichen und sozialen Kompetenzunterschiede der Kinder. Jedes Kind muss in seinem individuellen Entwicklungsstand wahrgenommen und von dort aus gezielt gefördert werden. Viele Schulanfängerinnen und -anfänger sind, bedingt z.B. durch mediale Entfremdung, aber auch durch schwieriger werdende Sozialraumorientierung in einer immer komplexer werdenden Gesellschaft, kaum noch in der Lage, gemeinsam mit anderen Kindern über einen längeren Zeitraum hinweg störungsfrei zu kommunizieren und interagieren. Gerade in eher „freien“ Situationen, wie Pausen, Unterrichtswegen, schulischen Veranstaltungen oder auch im Geschehen des Nachmittagsbereiches der Offenen Ganztagsschule zeigen Kinder immer häufiger ein impulsives Verhalten und mangelnde Selbststeuerung, was diese Kinder stigmatisiert, sie ins Abseits geraten lässt und ihnen zunehmend schon in der ersten Klasse die Freude am Lernen, an der Schule und am Gemeinschaftsleben nimmt. Hier bietet Schulsozialarbeit Maßnahmen zur Unterstützung an:

 

  • SchulsozialarbeiterInnen sind in erster Linie dem Wohl des Kindes bzw. des Jugendlichen verpflichtet.

  • Aufbau, Stärkung und Förderung der Ressourcen von Schüler/-innen und Eltern

  • Förderung von Kindern in ihrer individuellen, sozialen, schulischen Entwicklung

  • Entwicklung eines vertrauensvollen Dialogs zwischen Kindern, deren Eltern und

    Lehrkräften

  • Förderung von Sozialkompetenz, Konfliktfähigkeit und konstruktiver

    Bewältigung

  • Bildungsbenachteiligungen vermeiden, bzw. abzubauen

  • Erziehungsberechtigte und LehrerInnen werden bei der Erziehung beraten und unterstützt.

  • Schulsozialarbeit beteiligt Betroffene (Partizipation) und ist innerhalb vorgegebener Grenzen (Verschwiegenheitspflicht) transparent hinsichtlich Entscheidungen und Abläufen

  • Verbesserung des Schulklimas

  • Schulsozialarbeit berät, begleitet, unterstützt Lehrkräfte und andere, übernimmt aber keine Verantwortlichkeiten anderer Professionen. Sie arbeitet mit den Lehrkräften auf einer verbindlich vereinbarten, gleichberechtigten Basis zusammen.

  • Schulsozialarbeit soll Unterrichtshemmnisse abbauen. Ziel ist es, Sclerinnen und Schülern möglichst kurzfristig wieder zu ermöglichen, am Unterricht teilzunehmen durch Rückführung und Integration in den Unterricht.

  • Enge Vernetzung der Instanzen Schule, Jugendhilfe, Familienberatungsstellen und

    Eltern

  • Weitervermittlung an vorhandene Hilfsangebote seitens des DKSB-KV-OH e.V. und weiteren Institutionen

 

 

 

7. Umsetzung

 

  1. Präventionsarbeit

 

  1. Schulsozialpädagogische Einzel- und Gruppenberatung für Eltern, Sclerinnen / Schüler und Lehrkfte zu Themen wie:

     

  • Soziale Konflikt

  • Familiäre Schwierigkeiten

  • allgemeine und besondere Entwicklungsschwierigkeiten

  • Gewalterfahrungen

  • Erörterung von Verhaltensauffälligkeiten bei Schülerinnen und Schülern und pädagogische Folgemaßnahmen

  • Schulstress, schulabsentes Verhalten

  • Vermittlung zu anderen Institutionen

  • Vorbereitung und Durchführung gemeinsamer Eltern- und Amtsgespräche

  • Psychische und körperliche Erkrankungen / Auffälligkeiten

  • Trauerbewältigung

  • Durchführung verschiedener Pausenangebote

  • Mitwirkung an Schulveranstaltungen/Projektwochen

  • Unterrichtshospitationen

  • Sozialpädagogische Gruppenarbeit/Klassenrat

  • Angebot einer Arbeitsgemeinschaft „Konfliktlotsen“

  • Angebot einer Arbeitsgemeinschaft „Bewegung macht schlau“

  • Angebot verschiedener klassenübergreifender Arbeitsgruppen

     

 

8. Inklusion und Schulsozialarbeit

 

Im Rahmen einer inklusionsorientierten Schule, ist Schulsozialarbeit Teil eines multiprofessionellen Teams innerhalb der Schule. Dazu entwickelt dieses Team:

  • gemeinsame Haltungen

  • gemeinsame Konzepte

  • den Rahmen der Zusammenarbeit

    Grundsätzlich aber, gerade in Hinblick auf inklusionsorientierte Schule, ist Schulsozialarbeit Kooperationspartner von Institutionen außerhalb der Schule:

  • Amt für Soziale Dienste, stationäre Jugendhilfeeinrichtungen, ambulante Hilfen,

  • Psychologen, Therapeuten, Ärzte, Sozialpsychiatrischer Dienst,

  • Beratungsstellen (Familienberatung, Migrationssozial- beratung, Suchtberatung)

  • Kommunale Jugendpflege, Jugendcoaches,

  • Polizei, Ordnungsamt

  • Soziale Einrichtungen (Kita, Hort, OGS, …)

  • Kirchen

  • Fördervereine

  • Verwaltung der Stadt / Kommune / des Kreises